Sag es weiter:

Süß. Magisch, Zauberhaft. Das sind häufige Reaktionen auf die Bilder mit Lotte. Doch was macht ihn aus?

Auf Spurensuche.

Nicht jeden Tag scheint die Sonne. Nicht jeden Abend ist der Himmel in ein bezauberndes Rosa gehüllt. Nicht jeden Tag finde ich Magie in meinen Bildern wieder. Welche Schritte gehe ich also?

Der Zauber von Lotte.

100 Tage mit Lotte. Maike Grunwald

 

1. Übung

Es gibt die eine Ebene beim Malen und / oder Zeichnen, die man trainieren kann. So wie man schreiben übt, oder einen Nagel in die Wand schlägt. Das ist Routine. Motorik. Automatismus.

Natürlich habe ich das beim Zeichnen. Ich absolvierte Aktzeichenkurse während meines Studiums. Ich lernte Siebdrucktechniken kennen, arbeitete  in einer Druckerei. Ich durfte mein Examen in Kunst machen mit einer künstlerischen Arbeit. (Da ich auf Lehramt studierte, war das keine Selbstverständlichkeit). Nun lerne ich die Vorteile des digitalen Zeichnens zu nutzen. Ich übe fast täglich. Zeichne Lotte immer wieder neu, benutze frühere Zeichnungen und ändere sie ab.

100 Tage mit Lotte. Maike Grunwald

2. Loslassen

Doch das Lotte so lebendig wirkt, sie als Wesen „erwacht“ ist, hat nichts mit Übung oder Technik zu tun. Es ist ein Stück Magie, an der ich teilhaben darf. Sie sich zeigt, wenn ich nichts will, nichts plane und vollkommen frei bin. Sie zeigt sich nur, wenn alles scheitern darf.

Meine Bilder sind 100% -ige Widmung ans Leben mit allen Höhen und Tiefen. In Wertschätzung.

Der Fluss versiegt, wenn jemand sagt: Machst du das mal eben? Ich kann mal eben Schuhe ins Regal stellen. Mal eben, heißt zwischendurch, automatisiert, unaufmerksam, mit den Gedanken woanders, schnell.

Die Magie bleibt, wenn der Raum da ist in Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, in Ruhe, die Gedanken sich nicht in fremden Themen verfangen.

100 Tage mit Lotte. Maike Grunwald

3. Zeit

Jede Minute zählt. Es sind die wiederkehrenden fünf Minuten, die am Ende den Unterschied machen. Ich brauche nicht notwendigerweise einen ganzen Tag Zeit zum Zeichnen und zum Malen.

Zeitbegrenzung kann manchmal hinderlich sein. Der Kopf schaltet sich ein: „In 45 Minuten schaffe ich das nicht. Wie soll ich in 45 Minuten etwas fertig bekommen? Wie kann in kurzer Zeit eine Idee entstehen?“ Mit Lotte erlaube ich mir, einen festen Zeitrahmen zu verlassen. Sie darf (fast) jeden Moment mit einer Idee zu mir kommen.

Die Natur ist mir dabei ein Vorbild. Jeder kennt die Sehnsucht nach Frühling nach einem langen, grauen und dunklem Winter. Doch der Frühling kommt, wenn es soweit ist. Da nützt kein Zerren und Ziehen. Sinnbildlich gesprochen ist Lotte eine Pflanze in meinem künstlerischen Garten. Den Samen habe ich vor langer Zeit gesäht. Ich habe die ersten Keimlinge gehegt und gepflegt und sie gegossen.

100 Tage mit Lotte. Maike Grunwald

 

4. Raum

Lotte bekommt meinen inneren Raum und meine offene Haltung, welches das nächste Erlebnis für sie sein könnte. Das mag jetzt vielleicht etwas spuki klingen, doch ich nehme sie als eigenständiges Wesen an, die ihren eigenen Weg gehen darf. Rollenspiele und Perspektivwechsel kommen dem vielleicht am nächsten. Fragen wie: Was wäre wenn…? Was wäre, wenn Lotte diese Entscheidung treffen müsste? Was sagt sie dazu? Dann ist Offenheit gefragt. Geduld. Empfangen. Dann kommt so ein Moment, in dem ich zu meinem iPad greife oder zu meinem Fotoapparat.

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