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Schau tiefer! Meine Werte im künstlerischen Schaffen

Wie will ich leben? Eine Frage, die mich vor vielen Jahren in die Tiefe führte. Wie will ich WIRKLICH leben? Oft stellte ich mir die Frage: Wenn dieser Moment der letzte in meinem Leben wäre, wie würde es mir gehen? Welche Fragen würde ich mir stellen? Ich war mir sicher, dass es die letzte Frage sein würde, wie viele Millionen ich gemacht hätte.

Schau tiefer! Meine Werte im künstlerischem Schaffen

 

Was ist wirklich wichtig?

Am Ende meines Lebens würde ich wissen, was ich bereuen würde. Ich würde wissen, welche Werte ich geschaffen hatte, welche Menschen mich berührt haben und welche sich von mir haben berühren lassen. Daher ist das eigene Business, die eigene Arbeit nicht getrennt von meiner großen Lebensvision. Es ist einfach mein kreatives Leben.

Vor kurzem startete Susanne Dahl eine Blogparade zum Thema „Schau tiefer! Welche Werte vertrete und lebe ich?“ Ich hab das Ende kurz verpasst. Das Thema hat mich aber dennoch so inspiriert, dass ich hier darüber schreiben möchte.

Meine Werte

Ein Auszug: Authentizität, Wertschätzung, Nachhaltigkeit, Minimalismus, kreative Fülle

Authentizität

Als ich mich nebenberuflich selbständig machte, war mir klar, dass es ein Weg ohne Kompromisse sein sollte. Ich wollte keine Rolle spielen. Wenn ich mich verbiegen würde, würde ich es bereuen. Abgesehen davon, dass es langfristig ungesund wäre.

Wertschätzung

Meinen Projekten und Kundinnen widme ich mich zu 100% . Immer mehr bin ich mir bewusst, dass ich leben darf, was ich liebe. Dass ich die Gabe habe, andere zu berühren und Herzen zu verbinden. Das ist alles andere als selbstverständlich. Daher habe ich es mir angewöhnt, es immer wieder zu würdigen und wertzuschätzen.

Nachhaltigkeit

Was bleibt? Immer öfter beschlich mich ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas kaufte und es nicht brauchte. Oder nur kurz brauchte. Ein besonderes Gefühl stellte sich dann ein, wenn ich etwas „bis zum Schluss“ nutzen konnte, wenn zum Beispiel das T-Shirt vor lauter Tragen Löcher bekam. Doch was machte ich mit all den Bildern, die im Keller lagerten?

I plant a tree

Auf meiner Suche nach einer Antwort stolperte ich über das Projekt „I plant a tree“. Eigentlich war ich auf der Suche nach einer umweltzertifizierten Druckerei. Ich fand eine, über die ich auf dieses Projekt aufmerksam wurde.  Ich entschloss mich, einen Teil der Gewinne des Kartensets „Karten ohne Worte“ dafür zu nutzen, um diese Initiative zu unterstützen.

Wenn Werte scheinbar im Konflikt stehen: Nachhaltigkeit und Minimalismus versus kreative Fülle

Das Gefühl, mit meinen Bildern nutzlosen Müll zu erschaffen, blockierte mich vor einigen Jahren so sehr, dass ich lange Zeit gar nicht malen konnte. Das einzige Gefühl, das sich einstellte war,: „Ich müll´ mich zu.“ Nicht zu malen war aber auch keine Alternative und so entschloss ich mich, zu malen, wenn es nachhaltig sein konnte. Ein schwieriges Unterfangen, wenn nicht sogar unmöglich.

Die Lösung bot vorübergehend das digitale Zeichnen. Dateien waren schnell gelöscht und zu dem extrem platzsparend. Die Kreativität konnte wieder fließen. Bei der Entwicklung von Produkten dachte ich zehn Mal nach. Immer wieder rückte ich in den Fokus, mit meiner Arbeit Werte zu schaffen.

Minimalismus fragt nach dem Wesentlichen. Nachhaltigkeit fragt danach, Ressourcen zu schonen. Neben den ökologischen Ressourcen schone und wertschätze ich auch meine eigenen Ressourcen. Im Kern geht es für mich darum, Lebensbedingungen zu verbessern. Das bedeutet sowohl ein schonender Umgang mit mir selbst als auch die Achtsamkeit beim Kauf neuer Sachen sowie beim Malen, Zeichnen und Schreiben immer wieder unser Glück im Fokus zu haben.

Die Suche nach dem WESENtlichen verbindet Minimalismus, Nachhaltigkeit und Kreativität miteinander.

 

Kreative Fülle

Vor kurzem nahm ich mir im Rahmen meiner „Entrümpelungsphase“ „Weniger ist mehr“ alle Dinge vor, die für mich zu einem kreativen Leben dazu gehören. Mindestens zwei Drittel davon lagerten im Keller: Alte Bilder, Kostüme, Tagebücher etc. Ich entschied mich, sie nach und nach in mein Arbeitszimmer zu bringen.

Meine Erkenntnis daraus war, dass das Besitzen all dieser Dinge zum WESENtlichen meiner Kreativität gehört. Sie sind Teil meiner Ressource, die es achtsam zu schützen gilt. Diese Fülle an kreativer Erinnerungen bietet den großen Fundus, um künstlerisch tätig zu sein.